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Mit Netz und Hacken unterwegs: Das Regioprogramm läuft

In den Sommermonaten bietet die Air Zermatt jeden Samstag das Regionalprogramm an. Die Oberwalliserinnen und Oberwalliser können Material von A nach B fliegen und von einem Spezialpreis für den kombinierten Überflug profitieren. Wir haben die Crew vergangenen Samstag begleitet und einen Eindruck bekommen, wie es während des Regioprgramms zu- und hergeht und was schon alles unterhalb des Helis durch das Wallis geflogen ist. 

06. Oktober 2022
Céline Bader

Regionalprogramm von Mai bis Oktober

Noch einige Wochen läuft das Regionalprogramm der Air Zermatt: Jeden Samstag fliegen die Helikopter Transport- und Baumaterial sowie Lebensmittel der Oberwalliser Bevölkerung an abgelegene, mit dem Auto schlecht oder gar nicht erreichbare Orte. Bis Mitte Oktober können Kunden ihre Ware so kosteneffizient an ihren Wunschort liefern lassen, da Anfragen gesammelt, zeiteffizient geplant und gestaffelt durchgeführt werden.

Vor Kurzem durfte ich selbst Flughelfer-Luft schnuppern und ein Team auf dem Regionalprogramm begleiten. Während die Crews ab Heliport Zermatt die Transporte im Mattertal vornehmen, bedient der Heli von Raron die restlichen Teile des Oberwallis. Entsprechend wird auch geplant: Die Einsatzleitung koordiniert die verschiedenen Aufträge in einer gestaffelten Reihenfolge, um die Überflüge möglichst gut zu kombinieren, und gibt den Kunden Bescheid, wann diese für den Transport bereit sein müssen. 

Mit der Sonne fällt der Startschuss

An diesem Samstagmorgen um 7 Uhr kam uns jedoch ein ungewollter Störfaktor in die Quere: Bereits bei Ankunft auf dem Heliport Raron bemerkte ich die aufziehende Nebeldecke, welche die Sicht auf den strahlend blauen Himmel verdeckte und nur an manchen Orten einen kleinen Blick in den sonst wolkenlosen Himmel erlaubte. Die Wetterlage liess es nicht zu, die ersten Flüge programmgemäss zu starten, was die Einsatzleitung zur Umplanung veranlasste. Auf ein Neues zeigte sich deutlich - Flexibilität ist und bleibt das A und O bei der Air Zermatt. 

Guten Mutes konnten wir rund eine halbe Stunde später mit dem ersten Auftrag starten. Nach einem zehnminütigen Flug, winkten uns in einem kleinen Tal bereits eine wartende Menge von etwa zehn Personen zu. Ihr Material auf den Anhängern am Strassenrand war zum Transport vorbereitet und musste nur noch am Lasthacken eingehängt werden. 

Der Flughelfer ist zuständig für das sichere Auf- und Abladen der Tranportgüter.

Aufgaben des Flughelfers

Die Aufgabe des Flughelfers ist es, das sichere Auf- und Abladen des Transportmaterials zu gewährleisten. Dies beginnt bei der richtigen Vorbereitung der Güter, z.B. mit der korrekten Anordnung im Transportnetz, mit dem Binden einer Last mittels Struppen etc. und endet, wenn die Last am richtigen Ort und ohne Schaden abgeladen werden kann. Während einer der Flughelfer für die richtige Beladung zuständig ist, kümmert sich der zweite um den Abladeort.

Eine Arbeit, bei der höchste Konzentration gefordert ist: Die Flughelfer laden das Material hin und her, sorgen sich um die korrekten Sicherungselemente und sind dabei stets um ihre eigene Sicherheit und die der Kunden bedacht. Unerlässlich bei diesem Unterfangen ist die richtige Kommunikation mit der Pilotin oder dem Piloten: Dieser muss das Material hindernisfrei auf- und abladen können und dabei ebenfalls auf alle Beteiligten vor Ort Acht geben. Die Verständigung läuft über Funk. Ist ein Auftrag erledigt, geht es weiter zum nächsten Kunden. Zwischendurch gibts einen Tankstopp, entweder auf der Basis Raron, an einer der stationären oder mit dem mobilen Tankwagen. 

Ich selbst habe nicht nur einen sehr spannenden, sondern auch einen äusserst lehrreichen Tag erleben dürfen.

Faszination bis in die hintersten Ecken des Tales

Dieser Morgen hielt gleich mehrere spannende Aufträge für uns bereit. Nebst den sogenannten "Big Bags", mit welchen auch einzelne Gegenstände, Rohmaterial oder Kisten transportiert werden können, haben wir mehrere Holzpalletten für eine neue Bedachung, Zäunungsmaterial für einen Hirten und zwei mobile Käsereien in Form von Containern transportiert. Besonders schön zu sehen war, wie sich die Leute über den Besuch der Air Zermatt gefreut haben. Die Faszination für den roten Helikopter mit den weissen Sternen scheint sich bis in die hintersten Teile der schmalen, wunderschönen Täler zu ziehen. 

Ich selbst habe nicht nur einen sehr spannenden, sondern auch einen äusserst lehrreichen Tag erleben dürfen. Nicht nur, dass ich den Heli mitsamt dem Material näher kennenlernen durfte; durch das Mitanpacken habe ich einen eindrücklichen Einblick in den Alltag meiner Flughelfer-Kollegen und ihrer vielseitigen, aber harten Arbeit bekommen. Verbunden mit viel Spass wurde dieser sonnige Tag zu einem Highlight - wenn auch mit einigen Blasen an den Füssen.
 

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