Tödlicher Spalten-Unfall auf dem Grenzgletscher

Am Morgen des 10. Mai 2018 war ein 17-jähriger japanischer Tourist zusammen mit seinem Vater von der Monte Rosa-Hütte oberhalb Zermatt zu einer Höhentour ohne Bergführer auf dem Grenzgletscher aufgebrochen. Beide alpinunerfahrenen Touristen begaben sich nicht angeseilt und gänzlich ohne die notwendige technische Bergausrüstung in das Gletschergebiet, welches von zahlreichen und tiefen Gletscherspalten durchzogen ist.

Gegen 12 Uhr stürzte der Jugendliche ca. einen Kilometer oberhalb der Monte Rosa-Hütte auf dem Grenzgletscher in eine schmale Gletscherspalte, wo er nach einem tiefen Sturz in etwa 10-12 m Tiefe, massiv eingeklemmt, zum Liegen kam.

Sofort nach dem Absetzen des Notrufes durch den Vater wurde ein Rettungsteam mit technischer Rettungsausrüstung für die Spaltenrettung und mehreren Rettungsspezialisten ab der Basis Zermatt zum Unfallplatz geflogen. Trotz grenzwertiger Sichtbedingungen konnte der Pilot die Rettungsequipe und das Rettungsmaterial auf dem hochalpinen Unfallplatz absetzen und den Vater aus dem absturzgefährdeten Gefahrenbereich retten.

Etwa eine Stunde nach dem Absturz des jungen Japaners konnte das Opfer mit Herzkreislaufstillstand nach einer technisch sehr schwierigen und aufwendigen Rettungsaktion aus der Gletscherspalte gerettet werden. Sofort wurden noch am Spaltenrand intensive Wiederbelebungsmassnahmen des Jungen eingeleitet und kurz danach wurde dieser unter laufenden Reanimationsmassnahmen im Heli auf die Basis Zermatt geflogen. Dort wurden die aggressiven Wiederbelebungsmassnahmen und intensivmedizinischen Bemühungen um das Leben des jungen Patienten für etwa 70 Minuten nach der Rettung aus der Gletscherspalte mit hohem Aufwand fortgeführt.

Kurz nach 14 Uhr wurden die umfassenden Reanimationsmassnahmen des Rettungsdienstes jedoch bei Aussichtslosigkeit des Therapieerfolges eingestellt.

Die Kantonspolizei Wallis wurde bei Vorliegen eines Unfalltodes für weitere Abklärungen und etwaige Ermittlungen aufgeboten.

Für die psychologische Betreuung des Vaters des jungen Opfers wurde zudem ein auf akute Verlustsituationen spezialisiertes Care Team auf die Basis der Air Zermatt aufgeboten.