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Robi Andenmatten: Die Kunst, niemals Routine aufkommen zu lassen

In diesen Tagen startet Air Zermatt-Pilot Robi Andenmatten zu seinem 7000.  Rettungseinsatz. Hinter dieser Zahl stehen 7000 Alarmierungen, 7000 Mal Konzentration im Cockpit und 7000 Menschen, die auf Hilfe angewiesen waren. Mit seinen 7000 Rettungen gehört Andenmatten weltweit zu den erfahrensten Rettungspiloten.

23. Juli 2026
Bruno Kalbermatten

Dass Robi Andenmatten heute auf 7000 Rettungseinsätze zurückblicken kann, ist auch ein Stück Air Zermatt-Geschichte. Seine Verbindung zur Flugrettung reicht weit zurück. Denn die alpine Rettung wurde Robi Andenmatten gewissermassen in die Wiege gelegt.

Die Wurzeln einer Rettungsflieger-Laufbahn

Bereits sein Vater, der in Zermatt als «Saaser Richi» bekannt war, war ein Bergler der Superlative. Über 800 Mal stand er als Bergführer auf dem Matterhorn: so oft wie vor ihm und nach ihm wohl niemand mehr. Noch bevor die Air Zermatt gegründet wurde, war Richard Andenmatten als Bergführer bei einer Bergung am Matterhorn mit einem Helikopter der Air-Glaciers im Einsatz. Zusammen mit Alfons Lerjen und Hermann Petrig war er ausserdem bei der ersten Bergrettung der Air Zermatt auf dem Breithorn-Plateau mit dabei.

Vielleicht waren es diese Geschichten, die sein Vater erzählte, die aus Robi den Piloten gemacht haben, der er heute ist.

Dass er selbst einmal Helikopter fliegen würde, war allerdings eher Zufall. Als junger Bergführer führte Robi einen englischen Lord aufs Matterhorn. Unterwegs erzählte ihm der Gast, dass er mehr als ein Dutzend Helikopter besitze. Kurzerhand beschloss Robi, sich zum Helikopterpiloten ausbilden zu lassen. Seit 1991 ist er nun Pilot bei der Air Zermatt.

"Es geht darum, Menschen in Not zu helfen".

Was bleibt, wenn der Rotor stillsteht

Dass er heute auf 7000 Einsätze zurückblicken kann, verdanke er vor allem seiner langen Zeit bei der Air Zermatt und der Erkenntnis, dass die Zeit schnell vergeht, sagt Robi selbst. Es fällt ihm schwer, einen einzelnen Einsatz besonders hervorzuheben. Besonders nahe gehen ihm jedoch Einsätze, bei denen Kinder Hilfe brauchen. Um solche Erlebnisse zu verarbeiten, spricht er gerne mit Familie und Freunden über das Erlebte. Über die Jahre hat er gelernt, Einsätze mit erwachsenen Patientinnen und Patienten als Teil seiner Arbeit einzuordnen und abzuhaken.

7000 Rettungseinsätze: Trotz dieser aussergewöhnlichen Zahl spricht Robi nicht im Ton eines Rekordhalters. Vielmehr betont er, wie wichtig Demut und Respekt bleiben. Jeder Einsatz ist anders. Jeder Berg, jede Wetterlage, jede Verletzung und jede Entscheidung bringen neue Herausforderungen mit sich. Erfahrung hilft, Situationen rasch einzuschätzen. Sie ersetzt aber nie die volle Aufmerksamkeit.

Erfahrung ist in der Flugrettung entscheidend. Routine darf sie aber nie werden.

Genau darin liegt vielleicht das Beeindruckende an 7000 Einsätzen: Nicht nur, dass Robi Andenmatten sie geflogen ist. Sondern dass er auch nach so vielen Einsätzen noch mit derselben Ernsthaftigkeit an seine Aufgabe herangeht. In der Flugrettung gibt es keinen Platz für Selbstverständlichkeit.

Im «Alpha Zulu Podcast» hat Robi Andenmatten vor einiger Zeit erzählt, was sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Die Technik ist moderner geworden, die Helikopter leistungsfähiger, die Ausrüstung präziser, die Abläufe eingespielter. Nachtflüge, Windenrettungen, Einsätze in grosser Höhe oder bei schwierigen Wetterbedingungen gehören heute zu einem hochprofessionellen Rettungssystem. Doch der Kern der Arbeit ist derselbe geblieben: Es geht darum, Menschen in Not zu helfen.

Niemand rettet allein

Diese grosse Verantwortung trägt bei der Air Zermatt nie eine Person allein. Auch das wird im Gespräch mit Robi deutlich. Hinter jedem erfolgreichen Rettungseinsatz steht ein Team: die Crew im Helikopter, die Rettungsspezialisten, Notärztinnen und Notärzte, die Einsatzleitung, die Flughelfer und die Techniker, die dafür sorgen, dass die Maschinen jederzeit bereit sind. 7000 Einsätze sind deshalb auch 7000 Beispiele für Teamarbeit.

7000 Mal da, wenn es zählt

Mit seinem 7000. Rettungseinsatz erreicht Robi Andenmatten einen Meilenstein, der weit über die Air Zermatt hinaus Beachtung verdient. Es ist eine Zahl, die beeindruckt. Noch mehr beeindruckt aber die Haltung dahinter: ruhig bleiben, präzise arbeiten, der Crew vertrauen und jedem Einsatz mit Respekt begegnen.

Oder anders gesagt: 7000 Einsätze sind nicht einfach 7000 Flüge. Es sind 7000 Momente, in denen Menschen auf die Air Zermatt zählen konnten.

Und Robi Andenmatten war da.

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