Rettung am langen Seil: Von Zermatt in den Himalaya
Lokendra Dhami stammt aus dem Humla District, einer der abgelegensten Bergregionen Nepals. In seiner Heimat arbeitet er bei Altitude Air im Bereich der medizinischen Notfallversorgung und Rettungsunterstützung. Als Long-Line-Rescue-Spezialist hilft er Menschen in schwer zugänglichen Bergregionen: dort, wo Strassen fehlen, das Wetter schnell umschlägt und medizinische Hilfe oft weit entfernt ist.

Dank eines Stipendiums der Air Zermatt und der Sherpa Foundation konnte Lokendra am Air Zermatt Training Center eine Ausbildung absolvieren. Für ihn ist diese Möglichkeit weit mehr als ein Kurs: Sie ist eine Chance, neues Wissen nach Nepal zurückzubringen und die Rettungsarbeit in abgelegenen Gebieten weiterzuentwickeln.
Lokendra, wie sieht deine Arbeit in Nepal aus?
Meine tägliche Arbeit besteht darin, medizinische Notfälle zu unterstützen, Rettungseinsätze zu begleiten, Patiententransporte zu organisieren und mit lokalen Teams in abgelegenen Bergregionen zusammenzuarbeiten. Oft ist der Zugang zu Patientinnen und Patienten sehr schwierig, weil die Infrastruktur begrenzt ist. Unser Team transportiert zudem Material und wichtige Versorgungsgüter mit dem Helikopter in abgelegene Gemeinden.
Was sind die grössten Herausforderungen bei deiner Arbeit?
Die grössten Herausforderungen sind das schwierige Gelände, das unberechenbare Wetter, begrenzte medizinische Ressourcen und lange Transportzeiten. Viele Dörfer sind nur schwer erreichbar. Dazu kommt, dass moderne Rettungsmethoden nicht überall bekannt sind. Deshalb braucht es nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch gute Kommunikation und Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden.
Warum wolltest du diese Ausbildung bei der Air Zermatt absolvieren?
Ich wollte die neuesten Rettungstechniken kennenlernen, mein medizinisches Wissen vertiefen und verstehen, wie eine weltweit führende Helikopter-Rettungsorganisation arbeitet. Ich hoffte auch, Erfahrungen mit Fachleuten aus anderen Ländern auszutauschen und das Gelernte später in Nepal anwenden zu können.
Was hat dich an der Air Zermatt besonders beeindruckt?
Mich haben vor allem die Professionalität, die Teamarbeit, die Sicherheitskultur und das Engagement der Mitarbeitenden beeindruckt. Die Koordination bei komplexen Einsätzen ist sehr präzise. Auch die fortgeschrittenen Techniken und Methoden, die im Training vermittelt wurden, haben bei mir einen starken Eindruck bei mir hinterlassen.
Was bedeutet dir das Stipendium persönlich?
Es ist eine grosse Ehre und eine lebensverändernde Chance. Ohne das Stipendium der Air Zermatt wäre es für mich sehr schwierig gewesen, an einer Ausbildung auf diesem Niveau teilzunehmen. Ich bin sehr dankbar für diese Unterstützung und dafür, von erfahrenen Profis lernen zu dürfen.
Welche Inhalte aus dem Kurs kannst du direkt in Nepal einsetzen?
Ich kann vieles direkt in meiner Arbeit anwenden: verbesserte Patientenbeurteilung, Einsatzplanung, Risikomanagement, Teamarbeit und strukturierte Bergrettungsverfahren. Besonders interessieren mich Long-Line-Rettungstechniken. Dieses Wissen möchte ich mit erfahrenen Piloten und meinen Kollegen teilen, um unsere Einsatzstandards weiterzuentwickeln.
Wie möchtest du dein Wissen nach deiner Rückkehr weitergeben?
Ich möchte mein Wissen durch Trainings, praktische Übungen und Gespräche mit Kollegen und lokalen Rettungsteams weitergeben. Mein Ziel ist es, die Rettungs- und Notfallversorgung in Nepal zu stärken, sicherere Methoden zu fördern und lokale Kapazitäten für künftige Einsätze aufzubauen.
Die Geschichte von Lokendra Dhami zeigt, wie wichtig internationaler Austausch in der Bergrettung ist. Was im Training Center vermittelt wird, kann in Nepal konkrete Wirkung entfalten. Das Stipendium der Air Zermatt und der Sherpa Foundation ermöglicht nicht nur eine persönliche Weiterbildung. Es trägt dazu bei, Wissen dorthin zu bringen, wo es dringend gebraucht wird: in die Berge, zu den Rettungsteams vor Ort und zu den Menschen in abgelegenen Regionen.
Alle Informationen zum Air Zermatt Training Center finden Sie hier.










