Gut vorbereitet: Die Bergrettung im Wandel der Zeit
Alarm auf der Basis der Air Zermatt: Ein Rettungshelikopter hebt ab, an Bord eine Pilotin, eine Rettungssanitäterin und ein Notarzt. Da der Notruf aus schwer zugänglichem Berggelände kommt, schliesst sich der Crew auch ein erfahrener Rettungsspezialist an. Drei entscheidende Zutaten braucht es für den Erfolg vieler Missionen: Teamarbeit, Vertrauen und kontinuierliches Training.

Triangulaire - das Dreiländertreffen
Wird die Air Zermatt zu einem Rettungseinsatz in extremem Gelände gerufen, verstärkt stets ein Rettungsspezialist die Crew. In Zermatt sind diese Spezialisten zugleich Bergführer, die das Terrain und die Herausforderungen der Region in- und auswendig kennen. Seit vielen Jahren arbeiten sie Hand in Hand mit der Air Zermatt – jeder Griff sitzt, Worte sind kaum nötig. Das Vertrauen innerhalb des Teams ist enorm.
Doch trotz der routinierten Zusammenarbeit stellt sich das Team immer wieder die Frage: Was können wir beim nächsten Mal noch besser machen? Diese Selbstreflexion führt dazu, dass sich die Rettungsmethoden über die Jahre kontinuierlich weiterentwickeln.
In den Einsatzgebieten der Air Zermatt, der Region Aosta und im Umkreis von Chamonix finden die meisten alpinen Rettungseinsätze statt. Aus diesem Grund rief die Air Zermatt gemeinsam mit dem ehemaligen Rettungschef Bruno Jelk das Dreiländertreffen – das Triangulaire – ins Leben. Einmal im Jahr kommen hier Rettungskräfte aus Zermatt, Chamonix und Aosta zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und neu entwickelte Rettungstechniken sowie Ausrüstung vorzustellen. Besonders wertvolle Innovationen sind aus dieser Zusammenarbeit hervorgegangen. Das letzte Treffen fand Mitte September in Chamonix statt.
Klimawandel als Herausforderung
Ein zunehmend wichtiger Bestandteil für die Bergrettung sind die Folgen des Klimawandels. Die Bergwelt verändert sich rapide, und die Retter müssen sich auf neue Herausforderungen einstellen. Steigende Temperaturen führen zu instabileren Bedingungen in den Bergen, und dies wirkt sich unmittelbar auf die Arbeit der Bergretter aus.
Vermehrt sind die Retter mit Erdrutschen, Steinschlägen und brüchigen Gletschern konfrontiert. Dies birgt zusätzliche Gefahren sowohl für die Opfer als auch für die Rettungscrews. Menschen werden häufiger in instabilem Gelände verschüttet oder eingeklemmt, was eine präzise und schnelle Rettung erfordert. Doch traditionelle Methoden reichen oft nicht mehr aus – neue Techniken und Werkzeuge müssen erlernt und in realistischen Szenarien geübt werden.
Spezielle Hilfsmittel erfordern gezielte Schulungen
Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von Hebekissen oder hydraulischen Pressen, um eingeklemmte Personen sicher zu befreien. Der Umgang mit diesen speziellen Hilfsmitteln erfordert gezielte Schulungen, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.
Beim letzten Dreiländertreffen übten die Rettungskräfte auf einem Gletscher oberhalb von Chamonix ein realitätsnahes Szenario. In einem 1:1-Training mussten die Retter in schwierigem, instabilem Gelände arbeiten und neue Techniken einsetzen, um Verschüttete sicher zu bergen. Diese praktischen Übungen sind entscheidend, um auf die sich verändernden Bedingungen in den Bergen durch den Klimawandel vorbereitet zu sein.
Der Austausch zwischen den verschiedenen Rettungsorganisationen der Regionen Zermatt, Chamonix und Aosta ist dabei von unschätzbarem Wert. Denn durch gemeinsames Lernen und die Weitergabe von Erfahrungen entstehen neue Lösungen für die wachsenden Herausforderungen.











