25 Jahre bei der Air Zermatt: «Nach einer Woche hatte ich bereits Heimweh..»
25 Jahre sind eine geraume Zeit. Genau solange steht Jubilarin Angela Steiner in den Diensten der Air Zermatt. Nach drei verschiedenen Stationen ist sie in der Technik angekommen. Ein Job fürs Leben – so bezeichnet die 51-Jährige ihre Beschäftigung zwischen halb zusammengebauten Helikoptern, Schraubenzieher und Dokumentationsbüchern.

Angela Steiner lebt gemeinsam mit ihrem Mann Manfred in Gampel. Seit 15 Jahren engagiert sie sich im Büro der Technik, dies als stellvertretende NPCA. Angela ist zuständig für alle bürokratischen Arbeiten, welche die Maintenance, also die Wartungsarbeiten, betreffen.
«Meine Hauptaufgabe ist die Überwachung der Wartungsarbeiten und ich bin zuständig für die ganze Buchführung und Dokumentation. Ich fülle die Arbeitsberichte aus und mache Materialbestellungen sowie die allgemeine Administration.»
Durch Zufall ist Angela zur Air Zermatt gekommen: «Ich habe bei der Rettungssanität Oberwallis gearbeitet. Bei einem Telefonat durch einen Rettungseinsatz sind wir ins Gespräch gekommen. In der Einsatzleitung haben sie damals dringend jemand gesucht und ich habe die Stelle daraufhin bekommen.» Sieben Jahre lang war Angela an der «Front» tätig. Danach ging es für sie zum ersten Mal in den administrativen Bereich und sie begann ihre Arbeit in der Buchhaltung.
«Ich habe schon als Kind statt mit Puppen mit Autos gespielt»
Eine kurze Trennung
Vor 15 Jahren wollte Angela die Air Zermatt verlassen – und tat dies auch: «Ich hatte das Gefühl, dass es Zeit für eine neue Herausforderung sei. Mal etwas Neues entdecken. Doch wie so oft im Leben, lernt man erst zu schätzen, was man hat, wenn es nicht mehr da ist.»
So erging es auch ihr. Nach nur einer Woche kam das «Heimweh» nach den davonfliegenden Maschinen und dem täglichen Betrieb auf dem Heliport in Raron. Also ist sie nach nur vier Wochen wieder zurückgekommen und hat ihren Platz in ihrer jetzigen Position an der Seite des Technik-Teams gefunden.
Eine andere Berufung ist für die «Leiggerin» nur schwer vorstellbar: «Ich habe schon als Kind statt mit Puppen mit Autos gespielt». Sie fühlt sich als einzige Frau der Abteilung zwischen ihren männlichen Arbeitskollegen gut aufgehoben und schätzt die umgängliche Zusammenarbeit. «Die Technik ist eine tolle Gruppe.
Ein Viertel-Jahrhundert Seite an Seite
25 Jahre in der gleichen Firma zu arbeiten, hat eine Bedeutung. Angela bezeichnet das Verhältnis zu ihren langjährigen Arbeitskollegen als sehr nah, durch die jahrelange Zusammenarbeit sei man zusammengewachsen und habe einen guten Draht zueinander, nicht nur beruflich, auch privat.
Die Veränderungen der letzten Jahrzehnte hätten sie alle gemeinsam durchlebt. Gerade in der Technik sei der Fortschritt enorm. «Mit diesem steigt jedoch auch die Bürokratie. Der administrative Aufwand hat enorm zugenommen», erklärt Angela.

Angela Steiner in der Einsatzleitung
Am Anfang arbeitete Angela in der Einsatzleitung.

Angela Steiner in der Alouette der Air Zermatt
Früher wie heute ist Angela fasziniert von Helikoptern
Mission Englisch
Wer in der Aviatik arbeitet, wird gezwungenermassen mit der englischen Sprache konfrontiert. Bücher, Bedienungen und alle Weisungen werden so kommuniziert. Daher musste sich auch Angela mit der Fremdsprache auseinandersetzen:
«Englisch haben wir in der Grundschule nie gelernt, im Wallis war es wichtiger, Französisch zu beherrschen. Erst in der kaufmännischen Lehre kam ich mit Englisch in Kontakt. Danach brauchte ich es nicht mehr, bis ich effektiv in der Technik damit konfrontiert wurde. Am Anfang war es schwierig, weil vorab schon mal die technischen Begriffe an sich neu waren und dann noch ausschliesslich in einer anderen Sprach. Es war «learning by doing». René, unser Technischer Leiter, hatte aber sehr viel Geduld und hat mir beigebracht, was ich wissen musste.»
Faszination Helikopter
Wer bei der Air Zermatt arbeitet, hat (meistens, und im besten Fall) ein Flair sowie eine grosse Passion für die rot-weissen Maschinen. So ergeht es auch Angela. Nicht nur des Jobs wegen, auch sonst fasziniert sie der technische Aspekt der Helikopter. Tagtäglich um die Helikopter zu arbeiten, mache sie glücklich: «Ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit. Etwas anderes kenne ich nicht.»
Auf die Frage, ob sie denn nie daran gedacht habe, selbst zu fliegen, lacht Angela: «Ich fühle mich definitiv wohler am Boden. Das Fliegen überlasse ich gerne den anderen. Soll aber nicht heissen, dass ich nicht gerne zuschaue. Wenn ich ein Motorgeräusch eines Helikopters höre, klebe ich auch nach 25 Jahren noch an der Scheibe.»








