Herzlich willkommen auf der Welt, kleine Lya
Die Rettungscrew der Air Zermatt beginnt ihren Tag wie gewohnt - bis plötzlich das Wunder des Lebens die Routine durchbricht. In diesem Blog-Artikel erfährst du, wie ein unerwarteter Einsatz zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde: Ein Flug, eine Geburt und ein Tag, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Aber der Reihe nach...

Eine aussergewöhliche Einsatzmeldung
Es ist kurz nach halb eins. Die Rettungscrew sitzt gemeinsam am Tisch auf der Basis in Gampel und hat soeben begonnen ihr Mittagessen einzunehmen, als der schrille Alarm ertönt.
Einsatzmeldung: Unmittelbar bevorstehende Geburt, Wehen alle 2 Minuten.
Sofort springt die Crew auf und bereitet sich auf den bevorstehenden Einsatz vor. Der Puls steigt augenblicklich in die Höhe, denn ein Einsatz dieser Art ist alles andere als alltäglich.
Wenige Minuten später schwebt der Rettungshelikopter Bell429 bereits in der Luft und fliegt in Richtung Fiesch. Während des knapp 10-minütigen Überflugs bespricht die Crew mögliche Szenarien, die sie am Einsatzort erwarten könnte. Kommt das Kind termingerecht zur Welt? Was, wenn es sich um eine Frühgeburt handelt? Sollte ein weiterer Helikopter aufgeboten werden? Was wäre der Plan, wenn das Kind während des Flugs ins Spital geboren wird? Diese und weitere Szenarien werden in den wenigen Minuten bis zum Eintreffen am Einsatzort durchgesprochen, sodass die Rettungscrew auf alle Eventualitäten vorbereitet ist.
Während des Flugs erfährt die Crew, dass ein Team der Sanität Oberwallis bereits mit einer Ambulanz vor Ort ist. Nur zehn Minuten später, landet die Rettungsmaschine auf einer Wiese direkt neben der Furkastrasse. Kurz darauf trifft die werdende Mutter in der Ambulanz mit Blaulicht und Sondersignal ein.
Von der Ambulanz in den Helikopter
Vom Rettungssanitäter der Sanität Oberwallis erhält die Rettungscrew der Air Zermatt einen kurzen Übergaberapport. Die Erleichterung ist spürbar: Die Mutter befindet sich kurz vor dem Geburtstermin – keine drohende Frühgeburt. Doch die Wehenabstände werden immer kürzer, was darauf hindeutet, dass das Kind bald zur Welt kommen könnte.
Bevor die Mutter von der Ambulanz in den Helikopter umgeladen wird, legt die Rettungssanitäterin der Mutter am Unterarm einen intravenösen Zugang, um im Bedarfsfall schnell Medikamente verabreichen zu können.
Alles ist für den Weitertransport mit dem Helikopter vorbereitet – doch dann kommt es anders als geplant. Gerade als das Team die Mutter aus der Ambulanz ausladen möchte, ruft sie plötzlich: „Das Kind kommt!“ Von diesem Moment an überschlagen sich die Ereignisse.
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt
Eine Minute später hört man das helle Schreien der kleinen Lya, die soeben das erste Mal das Licht der Welt erblickt hat. Nachdem die Nabelschnur durchtrennt wurde, wird das neugeborene Mädchen in warme Decken gehüllt und erhält eine kleine Mütze, um es warm zu halten. Die Rettungssanitäterin kümmert sich liebevoll um das Baby, während der Notarzt die Mutter betreut. Dem Kind und der Mutter geht es gut – das gesamte Rettungsteam atmet erleichtert auf.
Nach einem ruhigen Flug, bei strahlendem Sonnenschein, landet der Rettungshelikopter direkt auf dem Spitaldach in Visp. Lya hat vom schönen Flug nicht viel mitbekommen. Sie war schon eifrig damit beschäftigt, das erste Mal Milch zu trinken. Vielleicht konnte wenigstens die Mutter den kurzen Überflug geniessen.
Ein sehr schöner, nicht alltäglicher Einsatz für alle Beteiligten!
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